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Hafermilch selbstgemacht

Wenn du auf Nummer sicher gehen möchtest, dann stell‘ deine Hafermilch doch einfach selbst her! So kannst du selber bestimmen, welche Qualität und Herkunft deine Rohstoffe haben und welche Zusätze du noch zu deiner Hafermilch hinzugeben möchtest.
Die Herstellung ist nicht besonders aufwändig. Je nachdem welche Pflanzenmilch es sein soll, brauchst du zwischen acht und vier Stunden Vorbereitungszeit zum Einweichen deines Rohstoffes. Die Verarbeitung zur Milch ist in 15 Minuten erledigt 😉 Falls du selbstgemachte Mandelmilch ausprobieren möchtest, geht es hier entlang :).
Zudem ist es die Pflanzenmilch aus eigener Herstellung natürlich viel günstiger als gekaufte und du kannst genau die Menge herstellen, die du benötigst. Außerdem sparst du den Tetrapack an Verpackung und kannst z.B. einer schönen Glasflasche ein neues Leben schenken.

Ich zeige dir hier, wie man Hafermilch selber herstellt. Zum Pürieren der Zutaten benötigst du einen leistungsstarken Standmixer (eventuell geht es auch mit einem Pürierstab, das habe ich aber noch nicht ausprobiert). Das Abseihen gelingt am besten mit einem sogenannten Nussmilchbeutel, den man z.B. hier (Affiliate Link - wenn du über diesen Link etwas kaufst, freuen wir uns wie Bolle über eine kleine Provision – vielen lieben Dank :)) bekommt. Wer so ein Hilfsmittel nicht hat, der kann ein sauberes, feinmaschiges Küchen- oder Leinentuch verwenden.

Hafermilch aus dem Supermarkt

Zunächst einmal noch eine kleiner Exkurs zu der fertigen Hafermilch, die du aus dem Supermarkt kennst. Genau genommen ist diese fertige Hafermilch auch ein Industrieprodukt, denn die Rohstoffe werden industriell verändert. Dabei spielt natürlich auch die Verlängerung Haltbarkeit eine große Rolle. Dazu wird die Hafermilch-Wasser-Mischung bei der Verarbeitung mit Enzymen versetzt und erhitzt. Diese Art der Verarbeitung nennt man Fermentierung. Die zugegebenen Enzyme spalten die enthaltene Stärke der Haferflocken in ihre Einzelteile, die Monosaccharide, auf. Dies ist der Grund, warum die gekaufte Hafermilch meist schon recht süß schmeckt und einen Zuckergehalt von 3-5 g pro 100 ml aufweist. Wenn man sich die Nährwerte von rohen Haferflocken anschaut, haben diese nur durchschnittlich 0,7 g Zucker pro 100 g. Eine kleine Kopfrechnung ergibt, dass das bei den Hafergehalten von 10 – 15 % in der fertige Hafermilch schon einen Unterschied ausmacht. Der Hinweis auf der Hafermilch-Verpackung „Ohne Zuckerzusatz“ ist also nicht gelogen, denn zugesetzt wurde der Zucker ja nicht. Trotzdem kann man eigentlich nicht von einem „natürlichen“ Zuckergehalt sprechen, denn die Enzyme haben quasi schon die Arbeit gemacht, die unser Körper eigentlich machen sollte (Lies gerne hier mehr über die Zuckerarten und wie unser Körper sie verarbeitet). Leider ist es nicht vorgeschrieben, die Zugabe der Enzyme auf dem Produkt zu kennzeichnen, solange diese nur als Verarbeitungsshilfsstoffe bei der Produktion verwendet wurden. Es wird dabei davon ausgegangen, dass die Enzyme höchstens noch in Form eines unvermeidbaren, aber gesundheitlich unbedenklichen Rückstandes im Endprodukt enthalten sind. Besonders verbraucherfreundlich ist diese Regelung jedenfalls nicht.
Weitere Zutaten, die in jeder fertigen Hafermilch zu finden sind, sind Öl und Salz. Öl wird hier als Emulgator verwendet, damit die Milch homogener wird. Bei der eigenen Herstellung der Hafermilch wirst du sehr schnell feststellen, dass sich die Feststoffe nach einer gewissen Zeit am Boden absetzen. Einmal kräftig schütteln – und alles ist wieder vermischt.
Salz wird zugegeben, weil es den süßen Geschmack noch etwas mehr verstärkt.

Ich habe für mich entschieden, dass es in Ordnung ist, auch die fertige Hafermilch zu verwenden, denn ich weiß um den Unterschied und trinke ja auch keinen Liter Hafermilch pro Tag 😉 Wenn du für dich aber entschieden hast, strenger auf Zucker zu verzichten, dann solltest du überlegen, ob du nicht komplett auf selbstgemachte Hafermilch umsteigen möchtest.

Rohe Hafermilch Selbst herstellen

Dieses Rezept ist eigentlich das einfachste, um Pflanzenmilch herzustellen. Das Verhältnis von Hafer zu Wasser kann natürlich auch variiert werden. Ich ermutige gerne dazu, vielleicht den Haferanteil zu erhöhen. Ich habe hier 100 g Hafer und 500 ml Wasser verwendet. Aus den oben beschrieben Gründen ist die selbstgemachte Hafermilch sehr viel weniger süß als fertige, also bitte nicht wundern 😉

Die Zutaten:

1 Teil Haferflocken
5 Teile Wasser

Die Zubereitung:

  1. Die Haferflocken in den Standmixer geben und das Wasser dazuschütten
  2. Etwa 4 Stunden quellen lassen
  3. Alles im Mixer pürieren bis keine Stückchen mehr zu erkennen sind
  4. Durch den Nussmilchbeutel oder das Tuch in eine Schüssel filtern
  5. Alle Flüssigkeit kräftig herausdrücken (eventuell einen starken Mann zu Hilfe nehmen :))
  6. Zur Aufbewahrung in eine saubere, heiß ausgespülte Flasche mit Drehverschluss füllen
  7. Fertig!

 

Aufbewahrung & verfeinerung von Hafermilch

Rohe Hafermilch hält sich etwa drei Tage im Kühlschrank. Es kann durchaus sein, dass man die sie auch noch nach drei Tagen verwenden kann, am besten immer vorher eine Geruchs- und Geschmacksprobe nehmen.

Nun kannst du diese Basis-Hafermilch noch mit weiteren Zutaten „verfeinern“. Ich mache das immer portionsweise, d.h. je nach Verwendungszweck füge ich z.B. Ahornsirup zu der Portion hinzu, die ich für mein Müsli verwende. Wenn ich mir einen Drink mit Hafermilch mixe kommt noch Kakao, eine Prise Salz und Gewürze dazu. Manchmal mixe ich mir den Drink noch mit ein bis zwei Datteln im Mixer zusammen. Je nach Belieben 🙂

Tipps & Tricks

  • Ich empfehle, die verwendeten Geräte (Mixer & Beutel) zeitnah zu reinigen, denn sonst hast du später eine steinharte Kruste, die die Reinigung sehr viel schwieriger macht.
  • Außerdem solltest du den Nussmilchbeutel bzw. das Tuch einmal sehr heiß waschen, um einen Keimbefall vorzubeugen (Stärke ist ein guter Nährboden ;)).
  • Sollte etwas von deiner selbstgemachten Hafermilch übrigbleiben, kannst du sie ganz einfach einfrieren (geht natürlich auch mit gekaufter Pflanzenmilch ;)).
  • Den übriggebliebenen Rest, auch Trester oder Kleie genannt, kann man trocknen und z.B. geröstet für sein Müsli verwenden. Oder aber du verwendest ihn direkt noch feucht weiter z.B. als Zutat für Brot. Einen Teil des Mehls einfach durch den Trester ersetzen. Es soll nichts verschwendet werden 😉
Der Trester kann getrocknet oder feucht weiterverwendet werden
Der Trester kann getrocknet oder feucht weiterverwendet werden

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