nfnf Veganes Tiramisu Artikelbild

Tiramisu – vegan und zuckerfrei

Tiramisu war schon immer eines meiner Lieblingsdesserts! Übersetzt heißt es „Zieh mich hoch“ – und diesen Job erledigt es doch meist sehr zuverlässig 😉 Leider ist das traditionelle italienische Tiramisu alles andere als vegan. Und zuckerfrei? Pustekuchen…

ohne zucker, Ohne Ei, ohne mascarpone, ohne sahne

Das heißt aber nicht, dass es nicht auch anders geht! Sahne und Ei habe ich schon lange nicht mehr in meinem Tiramisu verwendet und es auch nie vermisst. Ich habe aber lange Zeit nach einem würdevollen Ersatz gesucht, der dem cremigen Mascarpone die Stirn bieten kann. Und lange Zeit bin ich um den einzigen Ersatz, der infrage gekommen wäre, herumgetänzelt, weil ich mir einfach nicht so richtig vorstellen konnten, dass das was wird. Ich bin kein richtiger Soja-Fan, ab und zu greife ich auf Soja-Produkte zurück, aber eigentlich nur dann, wenn es keine Alternative gibt. Und das ist bei diesem Tiramisu-Wundermittel definitiv der Fall. Darf ich vorstellen? Seidentofu!

Seidentofu

Tofu aus Seide? Naja, nicht ganz 😉 Diese Art von Tofu verdankt ihren Namen der besonders cremigen Textur. Jede Art Tofu wird durch Gerinnung des in Sojamilch enhaltenen Eiweiß hergestellt. Neben dem verwendeten Gerinnungsmittel unterscheidet die verschiedenen Tofu-Arten die unterschiedliche Konsistenz und die wird dadurch bestimmt, wieviel Feuchtigkeit im Tofu verbleibt. Wird viel Wasser ausgepresst, erhält man den bekannten schnittfesten Tofu. Für Seidentofu wird die Sojamilch direkt im Gefäß bzw. der Verpackung fermentiert und wird gar nicht abgetropft.
Wie alle Tofu-Arten ist auch Seidentofu fast geschmacksneutral, nimmt aber jegliche Aromen hervorragend an. Und er ist nicht nur für den Mascarpone im Tiramisu ein hervorragender Ersatz, sondern auch um Rezepte mit Quark, Sahne oder Joghurt zu „veganisieren“ ;).

Mmmh, veganes Tiramisu ist soooo lecker!
Mmmh, veganes Tiramisu ist soooo lecker!

die Keksschicht

Für das traditionelle italienische Tiramisu werden die berühmten Löffelbiskuits als Keksschichten verwendet. Ich hab jedoch noch keine zuckerfreien Löffelbiskuits gefunden (schreib mir gerne, wenn du weißt wo es welche gibt ;)) – selbst solche, die als Babynahrung angeboten werden, enthalten Zucker.  Sicherlich kann man Löffelbiskuits auch ohne Zucker selber machen – wenn ich mal ein passendes Rezept gefunden habe, werde ich das garantiert ausprobieren. Bisher nehme ich aber den Dinkel-Zwieback von Alnatura, dieser ist zuckerfrei und saugt sich schön voll. Du kannst natürlich aber auch andere Kekse ohne Zucker ausprobieren.

Statt Löffelbiskuits wird zuckerfreier Zwieback verwendet
Statt Löffelbiskuits wird zuckerfreier Zwieback verwendet
Anzeige

Amaretto: Das i-tüpfelchen

Kein Tiramisu ohne Amaretto! Der aromatische Mandel-Likör gehört einfach dazu. Der Name leitet sich von dem italienischen Wort „amaro“ für „bitter“ ab, da früher traditionell Bittermandeln zur Produktion des Amarettos verwendet wurden. Heutzutage werden aber auch Süßmandeln verwendet. Für unser veganes und zuckerfreies Tiramisu stellt sich nun hier die Frage: Wie bekommen wir den Mandelgeschmack ins Tiramisu?
Amaretto-Likör enthält Alkohol und eine ganze Menge Zucker. Bei Likören liegt der Zuckergehalt oft bei mindestens 100g/l. Auch aufgrund des Alkohols ist der Likör für viele tabu – insbesondere wenn Kinder mitessen sollen. Eine weitere Möglichkeit ist Amaretto- oder Mandelsirup, den man häufig im Regal mit den Cocktailzutaten findet. Hier entfällt zwar der Alkohol, der Zuckergehalt ist trotzdem noch sehr hoch.

Mandel-Aroma

Eine letzte Alternative ist Aroma, welches auch oft als „Extrakt“ bezeichnet wird. Hier gibt es aber auch einige Dinge zu beachten, denn es gibt viele verschiedene Arten und Qualitäten von Aroma. Selbst als natürliches Aroma bezeichnete Produkte bedeuten nicht unbedingt, dass dort dann auch Mandeln verarbeitet wurden. In vielen Produkten ist Zucker oder Süßstoff, sowie Alkohol enthalten. Es ist also sehr wichtig auf die Inhaltsstoffe zu achten. Wenn das Aroma nicht näher bezeichnet wird, würde ich die Finger davon lassen, denn das bedeutet meistens, dass es chemisch hergestellt ist. Hochwertige (echte) Aromen und Extrakte sind meist sehr teuer, allerdings benötigt man davon auch oft nur wenige Tropfen. Hochwertiges Mandelaroma ist in Deutschland schwer zu bekommen, am ehesten findet man es online.
Wie du siehst, ist das Thema „Amaretto“ nicht ganz so einfach. Hier musst du für dich selber entscheiden, ob du den Likör verwendet möchtest, auf Sirup oder Aroma zurückgreifst oder ihn vielleicht auch einfach komplett weglässt.
Für mich gehört Amaretto einfach zum Tiramisu dazu und da wir noch aus alten Zeiten eine Flasche Amaretto-Likör haben und keine Kinder mitessen, verwende ich diesen. Wenn der leer ist, muss ich mich auch mal umgucken…;)

zuckerfrei

Dieses Tiramisu-Rezept ist Industriezuckerfrei, ich verwende keinen raffinierten oder enzymatisch veränderten Zucker. Die natürliche Süße kommt alleine von Ahornsirup. Warum ich Ahornsirup als Süßungsmittel bevorzuge, kannst du gerne in meinem Artikel „Zucker hat viele Gesichter – Teil 2“ nachlesen.
Die Menge des Ahornsirups ist variable, ich empfehle, mit wenig anzufangen und dann solange dazuzugeben, bis die Süße passt. Nachsüßen kann man die Creme später immernoch.

zutaten für veganes tiramisu

Zutaten veganes Tiramisu
Zutaten veganes Tiramisu

Für 4 kleine Förmchen

400 gSeidentofu
150 mlstarken Espresso (abgekühlt)
150 gPflanzenmargarine (geschmolzen)
4 ELAhornsirup
25 mlOrangensaft
25 ml Amaretto-Likör, -Sirup oder entsprechend Aroma
100 gzuckerfreier Zwieback oder saugfähige Kekse
2 ELroher Kakao
Anzeige

zubereitung

  1. Espresso kochen und abkühlen lassen.
  2. Die Margarine schmelzen und abkühlen lassen.
  3. Seidentofu, Ahornsirup und Orangensaft im Mixer oder mit einem Pürierstab vermengen, währenddessen die geschmolzene Margarine schrittweise dazugeben. Alles cremig rühren.
  4. Den Zwieback in kleinere Stücke zerbrechen und den Boden der Schälchen damit auslegen.
  5. Den Espresso mit dem Amaretto mischen und den Zwieback in den Schälchen damit beträufeln bis er gut getränkt ist. Dabei aufpassen, dass der Zwieback nicht zu matschig und wird.
  6. Dann jeweils eine Schicht Creme einfüllen, diese wieder mit Zwieback belegen und mit der Espresso-Mischung tränken. Mit einer großzügigen Schicht Creme abschließen.
  7. Mindestens 3 Stunden kalt stellen.
  8. Vor dem Servieren jede Portion dick mit Kakaopulver bestäuben.
  9. Genießen! 🙂
Vor dem Servieren noch dick mit Kakao garnieren.
Vor dem Servieren noch dick mit Kakao garnieren.
richtig durchgezogen schmeckt es einfach nur himmlisch...
Einmal über Nacht richtig durchgezogen schmeckt es einfach nur himmlisch…

tipps & tricks

Anzeige

  • Am besten schmeckt das Tiramisu, wenn es eine Nacht durchziehen konnte
  • Die Flüssigkeit, mit der der Zwieback beträufelt wird, lässt sich auch super aromatisieren: z.B. mit Orangensaft oder -likör, Zimt oder Vanille
  • Anstatt Margarine kanns du auch geschmolzenes Kokosöl verwenden, je nach Sorte schlägt sich hier eventuell ein leichter Kokosgeschmack durch
  • Für ein sommerliches Tiramisu einfach frische Früchte, wie Himbeeren oder Pfirsich unter die Creme heben
  • Das Tiramisu hält sich im Kühlschrank abgedeckt etwa 3-4 Tage

Lass es dir schmecken! 🙂

Geschrieben von